Waren Sie schon im „Chateau de Germigney“?

Ein weiteres „Relais&Chateaux“ Juwel!NewLogo_germigneyOKVec

 Vom lebhaften Paris auf dem Wege nach Hause in das Berner Oberland erreichten wir nach 3,5 Stunden Port-Lesney im Dept. Franche-Comté oder auch dem französischen Jura. Es liegt im Dreieck zu Lausanne und Genf und auf der französischen Seite südlich von Besancon. Ich befürchtete, dass wir nie in Port-Lesney ankommen würden, aber unser GPS leitete uns sicher durch eine bezaubernde Natur, kleine Dörfer, und kaum ein Hinweis auf „Chateau de Germigney“.

Kurz vor dem Ziel bot sich uns ein wunderschönes Bild: ein kleiner, flacher  Fluss – die Loue – mit planschenden Kindern, Familien am Ufer, die ein Picknick machten, Kinder juchzend in Schwimmringen, Kanus.. ein wahres fröhliches Sommerbild. Dazu noch im Vorbeifahren ein Bistrot  „Pontarlier“ gesehen, welches durch seine rot-weiß gedeckten Tische auf der schattigen Terrasse unter den Platanen auffiel. Dann endlich am Ende des Dorfes eine Toreinfahrt mit blühenden Glyzinien „Chateau de Germigney“…über knirschenden Kies fuhren wir mit unserem kleinen Fiat Abarth ein…sogleich kam der Hotelier, Monsieur Arnauld Baert,  heraus und begrüßte uns bewundernd für unser kleines – aber oho – Auto. Sofort half er uns das Gepäck abzunehmen und wir betraten die Halle des Hotels. Eine imposante alte Steintreppe – wie so typisch für alte Schlösser – mit bereits blankgetretenen Stufen zog sofort unsere Blicke auf sich. Das Schloss ist aus dem 18. Jahrhundert.14-couloir4

Dank der Schweizer Innenarchitekten Verena und Roland Schön  die sich in dieses Schloss 1977 verliebten, wurde es edel, liebevoll unter Wahrung der Geschichte restauriert.

Nachdem wir uns in unser schönes Zimmer installiert hatten zog es uns gleich in den Garten und ins Schwimmbassin..… huch, wieso war denn der Boden des Bassins so glitschig?! Eine große Tafel an der Hauswand beschrieb dieses Phänomen: Es ist ein Öko-Bassin, welches unter sorgfältiger Pflege und laufender Frischwasserzufuhr durch ein eigenes Filtersystem, ohne jegliche chemische Zusatzstoffe auskommt. Das Wasser war herrlich frisch, wenn auch kühl!

 Am Eingang des Hotels war ein großer Plan über das Parkareal aufgestellt:

125 ha parkähnlicher Garten mit vielen alten Baumgruppen, kleinen Bächen und Teichen, hier und da immer wieder locker einige Sitzgruppen aufgestellt, Holz-Planken mit Tischen und Stühlen, so dass man dort auch einen Empfang abhalten konnte….

Die große Terrasse lädt ein zum Frühstück, Mittag- und Abendessen im Sommer, geschützt von kurzgeschnittenen Platanenbaumkronen. Das Bedienungspersonal ist örtlich und bedurfte sicherlich ständig eines großen Trainings….

Den Chef – Pierre Basso Muro – 1 Michelin Stern – habe ich nicht im Restaurant gesehen, sondern konnte ihn nur von außen am Küchenfenster zuwinken. Er ist nämlich der Meinung, der Koch hat seinen Platz in der Küche oder eben auf den Wegen, die ihn zu seinen Produkten der Felder führen. Dabei muss er sich nicht verstecken – so wie er aussieht!!!006Chef_PierreBassoMoro

Pierre hat sich in nicht weniger als 8 Sterne-Restaurants seine Sporen verdient und nun kocht er schon seit 10 Jahren im „Chateau de Germigney“. Ihm gefällt das Jura so gut mit seinem gesunden Leben, der Ruhe und seiner geschützten Natur….Im Sommer findet man ihn mit seinen Hunden in den Wäldern nach Pfifferlingen, Steinpilzen und anderen Herbsttrompeten suchen. Im Herbst kommen dann die Stammgäste, um seine Soßenkreationen zu kosten, die er aus seiner wunderbaren Ernte zaubert.IslBG

Last but not least, ist das Bistrot “Pontarlier”, an dem wir bei der Anreise vorbeigekommen sind. Es gehört auch zum Chateau, aber hat eine sehr kleine, landestypische und traditionelle Karte mit Gerichten von Forellen, Geflügel und Schwein und großartigen regionalen Gemüsen…aber der Clou waren die Desserts: da ich sehr neugierig bin, nahm ich keine Crème Brulée – die kennt man ja schon – sondern „Paris Brest“ zog meine Aufmerksamkeit an: Köstlich! Stellen Sei sich vor, einen ca. 10 cm großen Brandteigring, gefüllt mit einer Schokoladen Patissier-Creme und obenauf 4 große Tupfer Schlagsahne aufgespritzt, Deckel drauf und etwas Puderzucker …der Teig war knackig süß-salzig und die Creme und Schlagsahne…. Göttlich! Da muss ich schnell wieder hin. Ich werde Pierre wohl bitten müssen, mich für diesen Artikel ihm über die Schulter schauen zu dürfen bei der Zubereitung von „Paris Brest“ .  Was den Wein anbetrifft, so war das nicht mein Fall: eine Assemblage von Jura Chardonnay und Sauvignac – obwohl der Sommelier betonte, dass der Jura Chardonnay ganz anders sei als der langweilige Chardonnay, der in den Fliegern serviert wird. Seitdem verweigere ich nämlich Chardonnay und dabei wird es auch bleiben! Basta!

 

Unter den Gästen waren schon viele bekannte Persönlichkeiten, mir sind nur der Name Jane Birkin sowie viele französische VIPs aus Politik und Wirtschaft  hängengeblieben.

„Wir kommen wieder“ sagten wir zum Abschied und fuhren mit vollem Herzen von dannen durch die grüne hügelige Landschaft, vorbei an vollen Weinbergen, satten Feldern mit grasenden Kühen, hier und da Pferden auf der Weide, kleinen Seen und Flüssen – kein Wunder man nennt diese Gegend auch „Frankreichs Garten“! Auch der Anis-Aperitif und der Absinth gehören hierher und muss unbedingt probiert werden.

Bevor ich es vergesse, die Erreichbarkeit ist leicht: Mit dem TGV von Paris in Richtung Lyon , hält der Zug unterwegs in Mouchard – nur 3 km vom Chateau entfernt – der Voiturier vom Hotel holt Sie gerne ab.

Das freundliche Hoteldirektoren-Paar Arnauld und Vanessa Baert freuen sich auf Ihren Besuch!

www.chateaudegermignay.com

 

 

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